Ein Brief ist bereits unterschrieben, doch ein wichtiger Gedanke fehlt noch. Genau dafür steht PS: ein kurzer Nachtrag am Ende eines Briefes oder einer Nachricht. Hier geht es um die genaue Bedeutung, die richtige Schreibweise, passende Beispiele und die Frage, wann ein Postskriptum in moderner Korrespondenz sinnvoll ist.
PS ist ein kurzer Nachtrag nach dem eigentlichen Brieftext
- PS steht für Postskriptum, also einen nachträglich hinzugefügten Text.
- Der Nachtrag folgt normalerweise nach der Unterschrift.
- Im Deutschen gilt die Schreibweise PS ohne Punkte als üblich.
- Ein PS eignet sich für vergessene Informationen, persönliche Ergänzungen oder einen letzten Hinweis.
- In geschäftlichen Briefen sollte es kurz, sachlich und wirklich ergänzend bleiben.
Was bedeutet PS im Brief
Die Abkürzung PS steht für Postskriptum. Der Ausdruck kommt vom lateinischen post scriptum und bedeutet sinngemäß „nach dem Geschriebenen“. Gemeint ist ein Zusatz, der erst nach dem eigentlichen Brieftext und meist auch nach der Unterschrift folgt.
Früher hatte das einen ganz praktischen Grund. Wer beim handschriftlichen Brief etwas vergessen hatte, musste nicht die gesamte Seite neu schreiben, sondern konnte die Information einfach am Ende ergänzen. Diese Funktion gibt es noch heute, auch wenn Briefe inzwischen oft digital entstehen.
Ich sehe das PS nicht als bloße Dekoration. Richtig eingesetzt, setzt es einen letzten Akzent oder fügt eine kleine Information hinzu, die den Haupttext nicht unnötig unterbrechen soll.
Wo steht das Postskriptum und wie wird es geschrieben
Ein PS steht grundsätzlich unter der Unterschrift. Zwischen dem Namen und dem Nachtrag genügt eine Leerzeile. Danach folgt die Abkürzung, häufig mit Doppelpunkt, anschließend der eigentliche Zusatz.
Ein einfaches Beispiel sieht so aus:
Viele Grüße Anna Müller PS: Bring bitte den Schlüssel mit.
Im deutschen Standard wird die Abkürzung gewöhnlich als PS ohne Abkürzungspunkte geschrieben. Die ältere Form „P.S.“ ist zwar verständlich und verbreitet, wirkt heute aber eher traditionell oder vom englischen Sprachgebrauch beeinflusst.
Auch die ausgeschriebene Form Postskriptum ist korrekt. Das kürzere Wort „Postskript“ kommt ebenfalls vor, im Alltag ist jedoch meist die Abkürzung PS die unkomplizierteste Variante.
Welche Inhalte in ein PS gehören
Ein guter Nachtrag ist kurz und eigenständig verständlich. Er sollte etwas ergänzen, nicht den gesamten Brief wiederholen oder eine wichtige Information verstecken, die eigentlich in den Haupttext gehört.
Eine vergessene Information
Das ist die klassische Verwendung. Man hat den Brief abgeschlossen und erinnert sich danach noch an einen relevanten, aber nicht zentralen Punkt.
PS: Der Termin beginnt bereits um 9 Uhr, nicht um 10 Uhr.
Der Hinweis ist konkret und leicht auffindbar. Für wichtige Fristen, Preise oder Vertragsbedingungen würde ich ihn trotzdem in den Haupttext aufnehmen, damit er nicht übersehen wird.
Eine persönliche Ergänzung
Im privaten Brief darf ein PS etwas wärmer und spontaner klingen. Gerade dadurch wirkt es oft besonders persönlich.
PS: Danke noch einmal für den schönen Abend. Das Rezept schicke ich dir morgen.
Solche Zusätze funktionieren, weil sie nicht nach Pflichtprogramm klingen. Sie geben dem Schreiben einen menschlichen Schlussgedanken, ohne den Brief künstlich zu verlängern.
Lesen Sie auch: Einladungen schreiben – So gelingt der perfekte Text
Ein letzter Hinweis oder eine Handlungsaufforderung
Auch eine kurze Erinnerung passt gut in diesen Abschnitt:
PS: Denk bitte daran, die Unterlagen zum Termin mitzubringen.
Bei privaten Nachrichten ist das unproblematisch. In einer formellen Korrespondenz sollte die Aufforderung höflich und sachlich bleiben, damit das PS nicht wie ein nachträglicher Befehl wirkt.
PS in Geschäftsbriefen, E-Mails und Chats
Das Postskriptum ist nicht auf handgeschriebene Briefe beschränkt. In E-Mails kann es bewusst eingesetzt werden, besonders wenn der Zusatz persönlich, werblich oder weniger formal ist. Ein PS nach der Signatur fällt beim schnellen Lesen oft direkt ins Auge.
| Medium | Geeignete Verwendung | Worauf ich achten würde |
|---|---|---|
| Privater Brief | Persönliche Ergänzung oder vergessener Gedanke | Darf locker und herzlich formuliert sein |
| Geschäftsbrief | Kurzer Zusatz, Erinnerung oder Servicehinweis | Nur ergänzend verwenden, nicht für zentrale Vertragsinhalte |
| Persönlicher Nachsatz oder dezenter Hinweis | Nach der Signatur platzieren und kurz halten | |
| Chatnachricht | Spontaner Zusatz mit humorvoller Wirkung | Oft reicht ein normaler Nachsatz ohne „PS“ |
Im professionellen Umfeld kann ein PS sogar strategisch wirken. Unternehmen nutzen es etwa für einen zusätzlichen Kontaktweg oder eine kurze Handlungsaufforderung. Ich würde es aber sparsam einsetzen, denn ein Nachtrag verliert seinen Reiz, wenn jede Nachricht mehrere davon enthält.
Für rechtlich oder organisatorisch wichtige Angaben ist der Haupttext die bessere Wahl. Ein PS kann überlesen werden und ersetzt keine klare Formulierung im eigentlichen Schreiben.
Typische Fehler bei der Verwendung
Der häufigste Fehler besteht darin, das PS als Sammelstelle für alles zu verwenden, was vorher nicht sauber formuliert wurde. Wenn der Nachtrag länger ist als der Brief selbst, gehört sein Inhalt wahrscheinlich in einen eigenen Absatz oder in eine neue Nachricht.
- Zu viele Informationen: Ein PS sollte meist aus einem bis drei kurzen Sätzen bestehen.
- Wichtige Inhalte verstecken: Fristen, Kosten oder verbindliche Zusagen gehören in den Haupttext.
- Falsche Position: Der Nachtrag steht normalerweise nach der Unterschrift, nicht mitten im Brief.
- Unklare Formulierung: Der Leser sollte sofort verstehen, was ergänzt wird.
- Übertriebene Förmlichkeit: In einer kurzen E-Mail wirkt „Postskriptum“ oft schwerfälliger als ein schlichtes PS.
Ein weiterer Irrtum betrifft die Bedeutung selbst. PS meint nicht immer Postskriptum. Im technischen Zusammenhang kann es beispielsweise für Pferdestärke stehen, in medizinischen Texten für einen Fachbegriff und im Internet für eine Länder-Domain. Erst der Zusammenhang zeigt, welche Bedeutung gemeint ist.
Wenn es um einen Brief, eine E-Mail oder eine persönliche Nachricht geht, ist die Deutung als Postskriptum jedoch die naheliegende. Genau deshalb sollte man die Abkürzung im passenden Kontext lesen und nicht isoliert interpretieren.
Ein PS, das wirklich hängen bleibt
Ich behandle das Postskriptum wie den letzten Satz eines guten Gesprächs. Es sollte nicht alles noch einmal erklären, sondern einen kleinen, passenden Gedanken hinzufügen, der den Brief abrundet.
Die einfache Faustregel lautet: Hauptsache in den Haupttext, Ergänzendes ins PS. Wer diese Grenze beachtet, schreibt klarer, persönlicher und stilistisch sicherer, ganz gleich, ob der Nachtrag unter einem handgeschriebenen Brief oder unter einer modernen E-Mail steht.
