Eine Sendung soll an eine Person gehen, landet aber bei einer anderen Person, in einem Büro oder an einer vorübergehenden Unterkunft. Genau für solche Fälle steht c/o in der Anschrift. Ich erkläre, was die Abkürzung bedeutet, wie sie korrekt geschrieben wird, wann sie sinnvoll ist und warum sie nicht mit „zu Händen“ oder einer offiziellen Meldeadresse verwechselt werden sollte.
Die wichtigsten Fakten zur Zustellangabe
- c/o bedeutet „care of“ und heißt sinngemäß „bei“ oder „wohnhaft bei“.
- Die Angabe steht zwischen dem eigentlichen Empfänger und der Adresse der Person oder Organisation, über die die Zustellung erfolgt.
- Sie eignet sich für vorübergehende Aufenthalte, Untermietverhältnisse, Büros, Pensionen und ähnliche Situationen.
- c/o ersetzt keine vollständige Anschrift mit Straße, Hausnummer, Postleitzahl und Ort.
- Die Abkürzung bedeutet nicht automatisch, dass die genannte Person die Post öffnen oder weiterleiten darf.

Was c/o bei einer Adresse genau bedeutet
Die Abkürzung c/o kommt aus dem Englischen und steht für „care of“. Im Deutschen lässt sie sich am besten mit „bei“, „im Hause von“ oder „unter der Anschrift von“ übersetzen. Die Sendung ist also für eine bestimmte Person bestimmt, soll aber über die Adresse einer anderen Person oder Organisation zugestellt werden.
Ein einfaches Beispiel sieht so aus:
Max Mustermann
c/o Erika Beispiel
Musterstraße 12
12345 Berlin
Max Mustermann ist der eigentliche Empfänger. Erika Beispiel ist die Person, unter deren Adresse Max erreichbar ist. Das kann bedeuten, dass Max dort vorübergehend wohnt, zur Untermiete lebt oder keinen eigenen Namen am Briefkasten stehen hat.
Entscheidend ist die Reihenfolge. Der Name vor c/o bezeichnet den Empfänger, der Name danach die Person oder Stelle, über die die Zustellung erfolgt. Wird diese Reihenfolge vertauscht, kann die Sendung falsch zugeordnet oder zurückgeschickt werden.
Wann die Angabe im Postverkehr sinnvoll ist
Ich verwende c/o vor allem dann, wenn der Empfänger an einer Adresse erreichbar ist, die nicht eindeutig auf seinen eigenen Namen lautet. Das ist im Alltag häufiger der Fall, als man zunächst denkt.
- Eine Person wohnt vorübergehend bei Freunden oder Verwandten.
- Ein Untermieter hat noch keinen eigenen Briefkasten.
- Post soll an ein Büro, eine Agentur oder eine Kanzlei zugestellt werden.
- Eine reisende Person nutzt die Anschrift einer Unterkunft oder eines Gastgebers.
- Ein Selbstständiger empfängt Geschäftspost über ein gemeinsames Büro.
Auch bei einem längeren Aufenthalt kann c/o praktisch sein. Die Angabe beschreibt jedoch in erster Linie den Zustellweg, nicht automatisch den rechtlichen Wohnsitz. Wer sich bei einer Behörde anmeldet, einen Vertrag schließt oder eine ladungsfähige Anschrift benötigt, sollte deshalb prüfen, welche Anforderungen für diesen konkreten Zweck gelten.
Für einen privaten Brief reicht die Zustellanweisung meist aus, wenn der Name des Empfängers gut lesbar ist und die genannte Person oder Organisation an der Adresse tatsächlich erreichbar ist. Bei wichtigen Dokumenten würde ich zusätzlich klären, ob der Empfänger am Briefkasten oder an der Klingel erkennbar ist.
So schreiben Sie eine c/o-Adresse richtig
Eine korrekte Anschrift braucht keine komplizierte Gestaltung. Wichtig sind ein klarer Aufbau und die vollständigen Postangaben. Die Schreibweise „c/o“ ist üblich, die typografische Form „℅“ kommt ebenfalls vor. Im normalen Briefverkehr ist die Variante c/o ohne Punkt am unkompliziertesten.
Privater Brief an eine Person
Julia Schneider
c/o Thomas Berger
Hauptstraße 8
50667 Köln
Julia Schneider erhält die Post, Thomas Berger stellt die Adresse zur Verfügung. Fehlt der Name von Thomas Berger am Briefkasten, kann die Zustellung schwieriger werden, besonders wenn der Briefkasten nicht eindeutig beschriftet ist.
Geschäftliche Zustellung über ein Büro
Leon Fischer
c/o Atelier Nord GmbH
Lindenweg 21
20095 Hamburg
Hier wird die Sendung an Leon Fischer adressiert, aber über das Atelier zugestellt. Diese Form passt etwa für freie Mitarbeiter, Untermieter in einem Büro oder Personen, die ihre Geschäftspost über einen Büroservice empfangen.
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Die wichtigsten Schreibregeln
- Setzen Sie den eigentlichen Empfänger in die erste Zeile.
- Schreiben Sie „c/o“ in die nächste Zeile und ergänzen Sie den Namen der Person oder Organisation.
- Fügen Sie danach Straße und Hausnummer sowie Postleitzahl und Ort ein.
- Verzichten Sie auf zusätzliche Angaben, die den Empfänger nicht eindeutig machen.
Bei internationalen Sendungen gehört das Zielland in die letzte Zeile. Für deutsche Adressen ist die Kombination aus fünfstelliger Postleitzahl und Ort ausreichend, sofern Straße und Hausnummer vollständig angegeben sind.
c/o, p.Adr. und z. Hd. richtig unterscheiden
In der Korrespondenz werden mehrere Zustell- und Bearbeitungshinweise miteinander verwechselt. Sie erfüllen aber unterschiedliche Aufgaben. Besonders häufig wird c/o fälschlich als Ersatz für „zu Händen“ verwendet.
| Angabe | Bedeutung | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| c/o | Die Sendung wird über eine andere Person oder Organisation zugestellt. | Vorübergehender Aufenthalt, Untermiete, Büroanschrift |
| p.Adr. | „Per Adresse“, also Zustellung über eine bestimmte Anschrift. | Formellere deutsche Korrespondenz und bestimmte Geschäftsanschriften |
| z. Hd. | „Zu Händen“, also gezielte Bearbeitung durch eine bestimmte Person. | Brief an ein Unternehmen mit namentlich genanntem Ansprechpartner |
Ein Geschäftsbrief kann beispielsweise so aussehen:
Beispiel Design GmbH
z. Hd. Frau Julia Schneider
Marktstraße 14
60311 Frankfurt am Main
Hier geht der Brief direkt an die Firma, soll dort aber von Julia Schneider bearbeitet werden. Bei c/o wäre die Logik eine andere: Die Sendung wäre für Julia Schneider bestimmt, würde aber über die Anschrift der Firma zugestellt.
Typische Fehler und praktische Grenzen
Der häufigste Fehler ist eine unklare Empfängerzeile. Wenn nur „c/o Müller“ auf dem Umschlag steht, fehlt der eigentliche Empfänger. c/o bezeichnet nicht die Person, für die der Brief bestimmt ist, sondern die Person oder Stelle, über deren Adresse er zugestellt wird.
Ebenfalls problematisch ist eine c/o-Adresse ohne vollständige Straßenanschrift. Der Name allein reicht nicht aus. Straße, Hausnummer, Postleitzahl und Ort müssen vollständig und gut lesbar angegeben werden.
- Falsche Reihenfolge: Der Empfänger steht nicht hinter, sondern vor c/o.
- Unbekannte Adresse: Die genannte Person oder Firma ist dort nicht erreichbar.
- Fehlender Name am Briefkasten: Der Zusteller kann die Zuordnung nicht sicher treffen.
- Verwechslung mit „z. Hd.“: c/o beschreibt den Zustellweg, nicht die interne Bearbeitung.
- Ungeeignete Verwendung bei Behörden: Eine c/o-Anschrift ist nicht automatisch eine Melde- oder ladungsfähige Adresse.
Eine weitere Grenze betrifft die Privatsphäre. c/o gibt der genannten Person nicht automatisch das Recht, persönliche Post zu öffnen. Ist eine Sendung an eine natürliche Person adressiert, sollte sie grundsätzlich nur von dieser Person geöffnet werden. Bei geschäftlicher Post kann die Gestaltung der Anschrift dagegen bewusst festlegen, dass zunächst die Poststelle eines Unternehmens zuständig ist.
Bei wichtigen Unterlagen, Einschreiben oder zeitkritischen Dokumenten würde ich mich nicht allein auf c/o verlassen. Wenn möglich, sollte der Empfänger seinen Namen zusätzlich am Briefkasten anbringen oder mit dem Gastgeber absprechen, wie eingehende Post zuverlässig weitergegeben wird.
Ein kurzer Adresscheck vor dem Abschicken
Vor dem Einwerfen des Briefes prüfe ich vier Punkte. Steht der eigentliche Empfänger in der ersten Zeile? Folgt danach die c/o-Zeile mit dem Namen der Person oder Organisation, die an dieser Adresse erreichbar ist?
- Ist die Straße mit Hausnummer vollständig?
- Sind Postleitzahl und Ort korrekt?
- Passt der Name zur Beschriftung von Briefkasten oder Klingel?
- Braucht der Empfänger wirklich eine Zustellanweisung oder wäre „z. Hd.“ passender?
Damit ist die Bedeutung von c/o schnell erfasst: Die Post ist für eine bestimmte Person bestimmt, wird aber über die Anschrift einer anderen Person oder Stelle zugestellt. Richtig eingesetzt, verhindert die kleine Angabe Missverständnisse und macht private wie geschäftliche Korrespondenz deutlich zuverlässiger.
